Lexikon der Fachbegriffe

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Raffination
Mit den Vakuumdestillaten Spindelöl und Neutral, sowie dem zähflüssigem Brightstock könnten nun Schmierstoffe in den verschiedensten Viskositäten hergestellt werden. Leider enthalten sie neben Isoparaffinen mit guten Schmiereigenschaften und hohem VI und Naphthenen mit gutem Kältefließverhalten auch nicht‑alterungsstabile Aromaten und Olefine. Würden sie im 01 verbleiben, würden schon nach kurzer Einsatzzeit Alterungserscheinungen wie Dunkelfärbung, Zunahme der Viskosität, Entstehung von Säuren und Ölschlamm auftreten. Ferner enthalten die Destillate noch Normalparaffine, ein schlechtes Kälteverhalten des Öles bewirken: das 01 ist bei Raumtemperatur fest. Diese Verbindungen müssen also in weiteren Verarbeitungsschritten umgebaut oder entfernt werden. In der Raffination wird das Destillat von unerwünschten Bestandteilen, wie z.B. Aromaten‑, Schwefel‑, Sauerstoff‑ und Stickstoffverbindungen befreit. Dadurch erhält das Basisöl einen höheren VI, sowie eine höhere Alterungsstabilität.

REACH
REACH steht für Registration, Evaluation, Authorisation and Restriction of Chemicals; also für die Registrierung, Bewertung, Zulassung und Beschränkung von Chemikalien. Es handelt sich dabei um eine EU-Chemikalienverordnung, die am 1. Juni 2007 in Kraft getreten ist. Als EU-Verordnung besitzt REACH gleichermaßen und unmittelbar in allen Mitgliedstaaten Gültigkeit. Durch REACH wird das bisherige Chemikalienrecht grundlegend harmonisiert und vereinfacht.
Das REACH-System basiert auf dem Grundsatz der Eigenverantwortung der Industrie. Nach dem Prinzip "no data, no market" dürfen innerhalb des Geltungsbereiches nur noch chemische Stoffe in Verkehr gebracht werden, die vorher registriert worden sind. Jeder Hersteller oder Importeur, der seine Stoffe, die in den Geltungsbereich von REACH fallen, in Verkehr bringen will, muss für diese Stoffe eine eigene Registrierungsnummer besitzen.


Reibung
Wenn feste Körper mit ihren Grenzflächen sich aufeinander bewegen, so tritt eine Kraft auf, die bestrebt ist, diese Bewegung zu verhindern, die Reibkraft. Diese Reibkraft ist um so größer, je höher die Belastung ist, mit der die Flächen aufeinander gepresst werden. Auch die Rauhigkeit der Oberflächen spielt eine Rolle. Je glatter die Grenzflächen sind, um so niedriger sind die Kräfte, die zum Verschieben erforderlich sind. In der Technik ist Reibung erwünscht, um Energie zu „vernichten", z.B. beim Bremsvorgang. In allen Maschinen, die eine Antriebsenergie erzeugen oder übertragen, z.B. Motoren und Getriebe, soll die Reibung so niedrig wie möglich sein, um Verlustleistungen zu minimieren.

Rotationsviskosimeter
Zur Bestimmung der Viskosität bei niedrigen Temperaturen werden die Rotationsviskosimeter eingesetzt: bei Motorenölen der Cold‑Cracking‑Simulatur (CCS) und das Mini‑Rotary‑Viscosimeter (MRV). Zur Bestimmung des Tieftemperaturverhaltens von Kfz‑Getriebeölen wird die Methode nach Brookfield angewandt. Um den Einfluss der Scherung bei hohen Betriebstemperaturen ( High Temperature, High Shear) von Motorenölen zu erfassen, bedient man sich der Ravenfield ‑ Methode. Die Messung dieser Viskosität erfolgt bei 1500C und einem Schergefälle von 106 s‑l. Dies entspricht mittleren Bedingungen zwischen Kolben und Zylinder von Ottomotoren. Als Ergebnis der Messungen mit Rotationsviskosimetern erhält man die dynamische Viskosität [mPa.s].

SAE‑Klassen

Viskositätsanforderungen und Anforderungen an das Fließverhalten von Motorenölen werden von der 17 amerikanischen Society of Automotive Engineers (SAE) festgelegt. Fließverhalten bei tiefen Temperaturen unter verschiedenen Bedingungen, sowie Mindestviskositäten bei hohen Temperaturen werden spezifiziert. Entsprechen Motorenöle den Anforderungen mehrerer Klassen, so spricht man von Mehrbereichsölen, z.B. SAE 15W‑40, SAE 5W‑40. In den letzten Jahren haben sich so genannte Leichtlauföle einen immer größer werdenden Marktanteil gesichert. Man versteht darunter Motorenöle mit niedriger Viskosität, die zu Kraftstoffeinsparung führt. Ferner erleichtern sie den Kaltstart der Motoren und sichern eine schnellere Versorgung aller kritischen Schmierstellen.

Scherstabilität
Scherstabilität ist ein wesentliches Qualitätsmerkmal von Mehrbereichsölen. Bleibt ein Mehrbereichsmotorenöl über die gesamte Einsatzdauer aufgrund seiner scherstabilen VI‑Verbesserer in seiner ursprünglichen Viskositätsklasse, so spricht man von einem stay‑in‑grade 01.

Schmierung
Der Sinn der Schmierung ist also die Verringerung der Reibung und des Verschleiß durch möglichst weitgehende Trennung der Reibpartner. Dies geschieht durch die Einbringung eines Schmierstoffes in das Reibsystem. Abhängig von Art und Menge des Schmierstoffes, der Belastungen und der Oberflächengestalt werden drei Schmierungszustände unterschieden:
» Trockenreibung
» Mischreibung
» Flüssigkeitsreibung

Solventraffination
Zur Entfernung der unerwünschten Verbindungen werden diese im Gegenstromverfahren mit einem Lösungsmittel, z.B. Furfurol, aus dem Destillat herausgewaschen (extrahiert). Diese Art der Raffination bezeichnet man als Lösemittel‑ oder Solventraffination. Endprodukte sind stark paraffinhaltige Neutralöle und hocharomatische Extrakte.

Synthetische Kohlenwasserstoffe
Die Mineralöle gehören zur Familie der Kohlenwasserstoffe, d.h. ihre Moleküle bestehen, bis auf einige Verunreinigungen, aus diesen beiden Elementen. Synthetische Kohlenwasserstoffe bestehen ebenfalls aus diesen Elementen, aber ihre Struktur ist wesentlich gleichmäßiger. Dies ergibt Vorteile in ihrem Einsatz als Grundöl für Schmierstoffe.

TAN
TOTAL ACID NUMBER ist die Menge aller Säuren in 1 g Substanz gemessen als mg KOH: ASTM D 664, DIN 51 588 T1

Tribologie
Die Wissenschaft der Tribologie beschäftigt sich mit dem Zusammenhang zwischen Reibung, Verschleiß und Schmierung. Dazu leisten die Tribologie und die Anwendung tribologischer und schmierungstechnischer Kenntnisse einen wesentlichen Beitrag. Die Erkenntnis, wonach mit Energie und Rohstoffen sparsamer und mit der Umwelt schonender umgegangen werden muss, ist heute fester Bestandteil der Politik und Technik. Die reibungs‑ und verschleißbedingten Verluste führen zur Minderung des Wirkungs-grades, der Lebensdauer, des Nutzungsauslastungsgrades, der Zuverlässigkeit, der Betriebssicherheit, der Wirtschaftlichkeit und der Wettbewerbsfähigkeit von Maschinen, Maschinenanlagen und Fahrzeugen.

Timken Test
Mit einer speziell entwickelten Maschine werden die Hochdruckeigenschaften von Schmierstoffen bestimmt. Dazu wird im Gerät eine rechteckige Prüfplatte gegen eine laufende Welle mit aufgesetztem Wälzlagerring gedrückt; zur Beurteilung dienen die Belastung und das Aussehen der Prüfkörper.

Trockenreibung
Wenn sich die Grenzflächen beider Reibpartner ohne eine Trennschicht, d.h. ohne Schmierfilm, gegeneinander bewegen, spricht man von Trockenreibung. Es besteht große Gefahr der Verschleißbildung.