Lexikon der Fachbegriffe
A-D E-H I-L M-P Q-T U-ZMineralöl
Für mineralölbasische Schmierstoffe ist das Ausgangsprodukt Erdöl, das fast ausschließlich aus den Atomen Kohlenstoff © und Wasserstoff (H) besteht. Durch Verbindungen dieser Atome können sich die verschiedensten Kohlenwasserstoffmoleküle bilden ; (Molekülstrukturen). Diese können in geraden oder verzweigten Ketten oder ringförmig angeordnet sein. Ringförmige Kohlenwasserstoffe können in gesättigter oder ungesättigter Form vorliegen.
Molekülstrukturen
Die verschiedenen Bindungsformen werden zu so genannten Strukturgruppen zusammengefasst. Für diese Molekülgruppen werden häufig historisch gewachsene Bezeichnungen gebraucht. Ihnen sind aber nach IUPAC ( International Union of Pure and Applied Chemistry) bzw. nach der Genfer Nomenklatur weltweit genormte Bezeichnungen zugeordnet: IUPAC Umgangssprache Alkane Paraffine ‑ Normalalkane ‑ Normalparaffine ‑ lsoalkane ‑ Isoparaffine ‑ Cycloalkane ‑ Naphthene (Cycloparaffine) Alkene Ofefine ‑ Alkandiene ‑ Diolefine Aromaten.
Mischreibung
Befindet sich zwischen den Oberflächen ein Schmierfilm, aber in nicht ausreichender Stärke, so dass sich einzelne Rauhigkeitsspitzen berühren, so spricht man von Mischreibung. Die Gefahr der Verschleißbildung ist bereits verringert.
Neutrallisationszahl
Eine Neutralisationszahl (NZ) gibt nach DIN 51558 an, wie viel mg Kaliumhydroxid (KOH) nötig sind, um die in Ng 01 enthaltenen freien Säuren zu neutralisieren. Diese können als Rückstände der Raffination enthalten sein. Auch eine Anzahl von Additiven ergibt eine Neutralisationszahl. Die Änderung der NZ im 3etheb eines Öles gibt einen Hinweis auf Ölalterung.
Pitting
Bei dieser auch mit dem Begriff „Grübchen" bezeichneten Schadensart handelt es sich um kleine, aufgrund von Werkstoffermüdung ausgebrochenen Oberflächenteilchen.
Polyalphaolefine
Ausgangspunkt für die Herstellung der Polyalphaolefine (PAO) ist Ethylen, ein Kohlenwasserstoffgas, das durch Cracken aus Mineralöl gewonnen wird. In verschiedenen Polymerisatiosschritten werden diese Moleküle zu Isoparaffinen aufgebaut. Anschließend wird destilliert, um Fraktionen mit Molekülen einer bestimmten Größe zu erhalten. In einer abschließenden Hydrierung werden noch ungesättigte Moleküle abgesättigt. Man erhält Basisöle verschiedener Viskosität mit einem VI zwischen 120 und 140.
Polyglykole
Unter den synthetischen Basisölen für Schmierstoffe gehören die Polyglykole zu den Veteranen. Polyglykole sind nicht gleich Polyglykolen, sondern bilden eine sehr umfangreiche Stoffgruppe. Gewonnen werden sie aus den Kohlenwasserstoffen Ethylen oder Propylen. Sie werden mit Sauerstoff zu Reaktion gebracht und anschließend polymerisiert, wobei die unterschiedlichsten Viskositäten eingestellt werden können. Sie zeichnen sich vor allem durch ein hervorragendes Viskositäts‑Temperatur‑Verhalten und einen niedrigen Reibwert aus. Polyethylenglykole sind, insbesondere bei niedrigen Viskositäten, wie sie z.B. für Hydrauliköle benötigt werden, gut biologisch abbaubar.
Pourpoint
Einen Hinweis auf das Kältefließverhalten eines Schmieröles gibt der Pourpoint. Es ist die Temperatur bei der das 01 gerade noch fließt. Er wird bestimmt nach DIN ISO 3016.
Pourpoint‑Verbesserer
Zur Verbesserung des Kältefließverhaltens werden die Pourpoint‑Verbesserer eingesetzt. Sie verhindern das Zusammenwachsen der Paraffinkristalle bei niedrigen Temperaturen und damit das Stocken, d.h. Festwerden des Öles.