Lexikon der Fachbegriffe
A-D E-H I-L M-P Q-T U-Z
Entparaffinierung
Nach der Raffination enthalten die Öle noch immer hohe Anteile an Normalparaffin. Da diese bereits bei Temperaturen über 0°C ausfallen, sind diese Öle bei Raumtemperatur fest! Man entfernt diese Paraffine, indem man das Raffinat mit einem geeigneten Lösemittel (z.B. Methyl‑Ethyl‑Keton) vermischt und auf niedrige Temperaturen abkühlt. Die entstehenden Paraffine werden über Trommelfilter aus dem Öl entfernt. Paraffinische Raffinate stellt man, je nach Viskosität auf einen Pourpoint zwischen ‑9 bis ‑21°C ein. Das erhaltene Paraffin wird in unterschiedlichen Qualitäten industriell genutzt (z.B. als Kerzenwachs).
Erdölverarbeitung
Die Verarbeitung des Rohöls zu verwertbaren Zwischenprodukten oder zu Endprodukten erfolgt in den Raffinerien.
Ester
Ester gehören ebenfalls zu den synthetischen Ölen. Sie werden aus Alkoholen und organischen Säuren gewonnen. Sie zeichnen sich durch hohe Viskositätsindizien, geringe Verdampfungsneigung, höherer Alterungsstabilität und gutem Kältefließverhalten gegenüber Mineralölraffinaten aus. Einige Estertypen sind biologisch gut abbaubar.
Farbe
Die Farbe ist kein Qualitätsmerkmal, sondern wird durch Basisöl und Additive beeinflusst. Eine Dunkelfärbung im Betrieb kann durch Verschmutzung oder Alterung hervorgerufen werden. Des Öfteren werden Schmierstoffe durch den Zusatz von Farbstoffen gekennzeichnet. Die Farbe von Schmierstoffen wird durch die ASTM‑Farbzahl beschrieben, die von 0,5 (hell) bis 8,0 (dunkel) reicht. Die Bestimmung ist in DIN ISO 2049 festgelegt.
Flammpunkt
Ein Sicherheitskennwert eines Öles ist sein Flammpunkt. Dies ist die Temperatur, bei der sich aus dem 01 soviel Dämpfe bilden, dass das Gemisch aus Luft und Öldampf bei Annähern einer Zündflamme erstmalig und kurzzeitig entflammt. Bei der Bestimmung kommen normalerweise zwei Verfahren zur Anwendung: Bei Ölen mit einem Flammpunkt zwischen 65 und 200'C wird meistens im geschlossenen Tiegel nach Pensky‑Martens (DIN 51758) gemessen. Bei Ölen mit höheren Flammpunkten wird im offenen Tiegel nach Cleveland (DIN ISO 2592).
Flüssigkeitsreibung
Es tritt praktisch kein Verschleiß auf, wenn die beiden Oberflächen vollständig durch einen Schmierfilm voneinander getrennt sind. Diesen Zustand bezeichnet man als Flüssigkeitsreibung. Dies ist der Idealzustand in jeder Schmierstelle. Sein Erreichen ist abhängig von der Form der Schmierstelle, der Geschwindigkeit der bewegten Teile und der Viskosität bzw. Qualität des Schmierstoffes.
Fressen
Ein Fressen von Oberflächen erfolgt, wenn größere Teile der Flächen sich unter Last berühren, ohne durch einen Schmierstoff getrennt zu sein. Es handelt sich um eine Art „Verschweißen" der Oberflächen, die danach gewaltsam getrennt und geschädigt werden.
Hydrierende Raffination
Moderne Raffinerien wenden neben oder statt der Solventraffination die hydrierende Raffination an. Bei diesem Verfahren findet bei 3 bis 10 MPa Wasserstoffdruck unter Anwesenheit eines Katalysators eine Umwandlung der unerwünschten Verbindungen statt. Der Raffinationsgrad wird durch die Prozessbedingungen bestimmt. Weniger starke Eingriffe, die einer vorhergegangenen Solventraffination angeschlossen werden können, bezeichnet man als Hydrofinishing. Stärkere Eingriffe, die eine Solventraffination ersetzen als Hydrotreating. Durch starkes Hydrotreating werden z.B. aus Raffinaten so genannte medizinischen Weißöle hergestellt.
Hydrocracköle
Die Weiterentwicklung der Grundöle zur Erreichung eines hohen VI und einer geringen Verdampfung führte in den letzten 10 ‑ 15 Jahren zur Verbreitung der Hydrocracköle (HC‑, MC‑, XHVI‑Ole) als Basisöl für Schmierstoffe. Ausgangspunkt der Verarbeitung ist entweder Rohparaffin oder Vakuumgasöl. In einem Hydrocracker werden bei Temperaturen um 400'C und Drücken von 13 bis 17 MPa Aromaten und n-Paraffine katalytisch gespalten und in Isoparaffine umgewandelt. In geeigneten Vakuumdestillationsanlagen können verschiedene Viskositäten gewonnen werden. Je nach Viskositätslage wird ein VI zwischen 120 und 140 erreicht. Abschließend werden n‑Paraffine entfernt, um ein gutes Kältefließverhalten zu gewährleisten.