Lexikon der Fachbegriffe
A-D E-H I-L M-P Q-T U-ZAbrieb
Beim Abrieb werden die Kontaktflächen gleichmäßig abgetragen. Dies geschieht langsam (Normalabrieb) oder schnell. Letzteres ungewollt bei unzureichender Schmierung oder gewollt, um einen Einlaufeffekt zu erzielen.
Additive
Um hochwertige Schmierstoffe herzustellen, die allen Anforderungen moderner Motoren, Getriebe und anderer Aggregate entsprechen, reichen die natürlichen Eigenschaften der Grundöle nicht aus. Sie müssen verstärkt werden, andere Eigenschaften müssen dem Basisöl mitgegeben werden, andere, negative, unterdrückt werden. Dazu werden die Schmierstoffe mit chemischen Wirkstoffen, den Additiven, versehen. Art und Menge der zugeführten Additive entspricht den Anforderungen an den jeweiligen Schmierstoff. Aufgabe des Entwicklers ist es, die Additive so auszuwählen, dass sie optimal auf das Grundöl ansprechen und sich gegenseitig in ihren Eigenschaften ergänzen und verstärken. Diese positive gegenseitige Beeinflussung nennt man Synergismus.
ACEA
Da Motorenöle nach dem amerikanischen Klassifikationssystem zunehmend nicht mehr den europäischen Ansprüchen genügten, wurden vom CCMC (Comite des Constructeurs d'Automobile du Marchä Commun) Grenzwerte für Spezifikationen erarbeitet und herausgegeben. Diese Spezifikationen basieren auf den API‑Klassen, die durch Teste in typischen europäischen Motoren ergänzt werden. CCMC besteht seit 1990 nicht mehr, die Nachfolgeorganisation der europäischen Automobilindustrie ist ACEA (Association des Constructeurs EuropE~ens d'Automobiles).
Alterungsschutz
Kohlenwasserstoffmoleküle können sich mit Sauerstoff verbinden und größere Moleküle bilden. Dies führt zu Viskositätserhöhung, Schlamm‑, Harz‑ und Lackbildung. Diesen Prozess bezeichnet man als Ölalterung oder Oxidation. Dieser Vorgang wird durch höhere Temperaturen beschleunigt und durch feinen Metallabrieb katalytisch angeregt. Durch Alterungsschutzstoffe oder Oxidationsinhibitoren kann dieser Prozess verlangsamt werden. Letztendlich hilft aber nur ein rechtzeitiger Ölwechsel.
American Petroleum Institute (API)
Interessenverband der Öl-, Gas- und petrochemischen Industrie in den USA, sowie dessen API-Motorenöl Klassifikation,
veröffentlichte bereits 1947 eine erste Klassifikation von Motorenölen nach ihrem Einsatzzweck und ihrem Leistungsniveau. Seither sind ständig Revisionen dieses Systems erfolgt um den Anforderungen modernerer Motoren gerecht zu werden. Dazu gehört die Einführung eines Engine Oil Certification and Approval Systems, das eine Verschärfung der Testdurchführung beinhaftet und aus dem Klassifikationssystem ein überwachtes Freigabesystem macht. Die für die API‑Klassen erforderlichen Motorenteste beinhalten u.a. den Nachweis ausreichenden Verschleißschutzes, der Motorensauberkeit und des Korrosionsschutzes. API unterscheidet Motorenöle für den Einsatz in Ottomotoren (Service ‑Klassen) und in Nutzfahrzeug Dieselmotoren (Commercial ‑ Klassen).
Aschegehalt
Ist der mineralische Rückstand, der beim Veraschen eines Öles zurückbleibt.
Atmosphärische Destillation
Der erste Verarbeitungsschritt in jeder Raffinerie ist das Trennen des Rohöls bei atmosphärischem Druck nach Siedebereichen (=Molekülgrößen). Dies geschieht durch Erhitzen, Verdampfen und anschließendes Kondensieren bei verschiedenen Temperaturen durch die fraktionierende Destillation. Je höher die einzelnen Siedeschnitte liegen, umso größer werden die darin enthaltenen Moleküle und umso höher wird die Viskosität der Produkte. Kohlenwasserstoffmoleküle sind bei Temperaturen über 380 ‑ 400"C so beansprucht, dass sie zerbrechen (nach dem englischen Wort to crack auch cracken genannt). Um dies zu verhindern, wird die atmosphärische Destillation nur bis etwa 350'C angewendet. Die gewonnenen Hauptprodukte sind ‑ Leichtbenzin ‑ Schwerbenzin ‑ Petroleum / Düsenkraftstoff ‑ Heizöl / Dieselkraftstoff ‑ atmosphärischer Rückstand.
Basenzahl
Die Total Base Number oder TBN, häufig kurz Basenzahl genannt, gibt einen Hinweis auf die Fähigkeit eines Öles saure Verbrennungsrückstände zu neutralisieren. Sie wird nach DIN EN 55 bestimmt.
Basisöle
Zur Herstellung von Schmierölen werden als Basisflüssigkeiten aufgrund ihrer Verfügbarkeit, ihrer insgesamt guten Eigenschaften und ihrer vergleichsweise kostengünstigen Herstellung auch heute noch zum weitaus überwiegenden Teil Mineralöle eingesetzt. Bei besonderen Ansprüchen an den Schmierstoff werden auch synthetische Basisflüssigkeiten, z.B. Polyalphaolefine, Ester oder Polyglykole, oder pflanzliche Öle, z.B. Rapsöl, eingesetzt. Letztere werden ebenso wie bestimmte Ester oder Polyglykole wegen ihrer im Vergleich zu Mineralöl guten biologischen Abbaubarkeit in letzter Zeit für bestimmte Einsatzfälle bevorzugt.
Detergents
Zur Verhinderung von Ablagerungen insbesondere in Motoren, aber auch in Hydrauliken, werden reinigende Wirkstoffe, die Detergents eingesetzt. Rückstände aus der motorischen Verbrennung, wie Ruß, ,Wasser und saure Produkte, aber auch aus der Ölalterung lagern sich als Lack oder Ölkohle im Motor ab und müssen entfernt werden, da sonst der Motor Schaden nimmt.
Dispersants
Damit sie nicht wieder agglomerieren können, werden sie von den Dispersant Additiven fein verteilt in Schwebe gehalten. Schlammbildung wird dadurch verhindert. Dispersants können ferner saure Verbrennungsprodukte neutralisieren und so vor Korrosion schützen.
Dichte
Die Dichte ist von der Zusammensetzung des Basisöls abhängig. Paraffinische Öle haben eine niedrigere Dichte als naphtenische. Mit höher werdender Temperatur sinkt die Dichte, so dass bei der Angabe dieses Wertes immer die Bezugstemperatur genannt werden muss. Die steigende Dichte eines Schmieröls im Betrieb lässt auf Alterung schließen. Die Dichte wird nach DIN51757 bestimmt, ihre Maßeinheit ist g/ml oder g/cml.
Dielektrischer Verlustfaktor
TAN (Total Acid Number) ist in einer Isolierflüssigkeit eine wichtige elektrische Kenngröße. Durch Alterung, bzw. Verunreinigungen der Isolierflüssigkeit, wird ein Anstieg der TAN hervorgerufen.
DIN 57 370 T1, DIN IEC 247